Zahnbehandlung mit Lachgas

Lachgas ist die leichteste Form der Sedierung in der Zahnmedizin. Sie bleiben wach und ansprechbar, die Anspannung fällt aber ab, und die Zeit auf dem Behandlungsstuhl vergeht spürbar schneller. Anders als beim Dämmerschlaf ist dafür kein Facharzt für Anästhesie nötig, und Sie sind kurz nach der Behandlung wieder klar im Kopf.

Auf dieser Seite lesen Sie, wie das Verfahren funktioniert, wie es sich anfühlt, für wen es geeignet ist und wo seine Grenzen liegen.

Was Lachgas ist

Lachgas ist Distickstoffmonoxid, chemisch N2O. In der Zahnmedizin wird es niemals pur eingesetzt, sondern immer als Gemisch mit Sauerstoff, das Sie über eine kleine Nasenmaske einatmen. Fachlich spricht man von einer inhalativen Analgosedierung, also einer Beruhigung in Verbindung mit einer Dämpfung der Schmerzempfindung.

Der Effekt setzt innerhalb weniger Minuten ein: Die Angst tritt in den Hintergrund, der Körper wird schwer und ruhig, die Aufmerksamkeit wendet sich vom Geschehen im Mund ab. Sie bleiben dabei die ganze Zeit bei vollem Bewusstsein, hören zu, antworten auf Fragen und können jederzeit ein Zeichen geben.

Wichtig zu wissen: Lachgas ersetzt die örtliche Betäubung nicht. Für die Schmerzfreiheit sorgt weiterhin die Spritze, die zusätzlich gesetzt wird. Lachgas sorgt dafür, dass Sie diese Spritze gelassener hinnehmen und die Behandlung insgesamt als weniger belastend erleben.

Wie sich Lachgas anfühlt

Die meisten Patienten beschreiben ein angenehmes Schweregefühl in Armen und Beinen, eine leichte Wärme und ein Kribbeln in den Fingerspitzen. Manche empfinden ein Gefühl von Abstand zum Geschehen, so als säßen sie ein Stück weit neben sich. Geräusche und Gespräche im Behandlungsraum nehmen Sie weiterhin wahr, sie berühren Sie nur weniger.

Der Name führt dabei etwas in die Irre. Sie müssen nicht damit rechnen, unkontrolliert zu lachen. Die Dosierung wird so gewählt, dass Sie entspannt und ruhig sind, nicht euphorisch.

Warum dafür kein Anästhesist nötig ist

Beim Dämmerschlaf gelangen die Medikamente über einen venösen Zugang in den Kreislauf. Die Wirkung lässt sich danach nicht mehr zurücknehmen, sie muss abgewartet werden. Deshalb ist dort ein Facharzt für Anästhesie die gesamte Behandlungszeit über anwesend.

Bei Lachgas ist das anders. Das Gas wird eingeatmet, gelangt über die Lunge ins Blut und wird über die Lunge auch wieder abgegeben. Es wird im Körper kaum verstoffwechselt. Die Wirkung lässt sich deshalb jederzeit in Sekunden bis Minuten nachsteuern, in beide Richtungen. Wird das Lachgas abgestellt, ist es innerhalb weniger Minuten wieder aus dem Körper verschwunden.

Aus diesem Grund ist die Lachgassedierung nach der gemeinsamen Empfehlung der zahnmedizinischen und anästhesiologischen Fachgesellschaften eine Maßnahme, die ergänzend zur zahnärztlichen Behandlung vom Zahnarzt selbst durchgeführt werden kann. Voraussetzung ist eine spezielle Ausbildung des gesamten beteiligten Teams, eine entsprechende Geräteausstattung, eine Notfallausrüstung und die durchgehende Überwachung des Patienten.

Lachgas oder Dämmerschlaf?

Beide Verfahren richten sich an Menschen mit Zahnarztangst, sie setzen aber an unterschiedlichen Punkten an.

Lachgas passt, wenn

  • die Angst vorhanden, aber beherrschbar ist,
  • Sie bewusst miterleben möchten, was passiert,
  • der Eingriff überschaubar ist, etwa eine Füllung, eine professionelle Reinigung, ein Abdruck oder eine Extraktion,
  • Sie am selben Tag wieder eigenständig unterwegs sein wollen,
  • ein starker Würgereiz die Behandlung erschwert.

Der Dämmerschlaf ist die bessere Wahl, wenn

  • die Angst so ausgeprägt ist, dass Behandlungen bisher abgebrochen oder gar nicht erst begonnen wurden,
  • Sie von der Behandlung nichts mitbekommen und sich anschließend nicht erinnern möchten,
  • mehrere umfangreiche Eingriffe in einer langen Sitzung zusammengefasst werden sollen,
  • größere chirurgische Eingriffe anstehen.

Eine Vollnarkose bieten wir nicht an. Sie ist in der Zahnmedizin nur in besonderen Fällen erforderlich und geht mit dem höchsten Aufwand und dem höchsten Risikoprofil einher.

Falls Sie unsicher sind, welches Verfahren zu Ihnen passt: Diese Entscheidung müssen Sie nicht allein treffen. Wir klären das bei der Untersuchung gemeinsam.

Wann Lachgas nicht infrage kommt

Es gibt einige Situationen, in denen wir von einer Lachgassedierung abraten oder sie verschieben. Dazu zählen nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften unter anderem:

  • eine behinderte Nasenatmung, etwa bei Erkältung, verstopfter Nase oder Polypen, weil das Gas über eine Nasenmaske zugeführt wird,
  • Belüftungsstörungen des Mittelohrs und akute Mittelohrentzündungen,
  • ein Zustand nach einer Augenoperation mit intraokularer Gasplombe,
  • bekannte Störungen des Vitamin-B12-Stoffwechsels,
  • ein Zustand nach einer Chemotherapie mit Bleomycin,
  • Psychosen und bestimmte schwere psychiatrische Erkrankungen,
  • schwerwiegende Allgemeinerkrankungen,
  • eine Schwangerschaft, hier verschieben wir planbare Eingriffe grundsätzlich.

Der häufigste Grund, aus dem ein Termin nicht wie geplant stattfinden kann, ist banal: eine verstopfte Nase am Behandlungstag. Sagen Sie uns in diesem Fall vorab Bescheid, dann planen wir um.

Ob Lachgas für Sie infrage kommt, klären wir vorab anhand Ihres Gesundheitsfragebogens und im persönlichen Gespräch. Kommt es nicht infrage, gibt es andere Wege, die Behandlung erträglich zu machen.

Vorbereitung

Gesundheitsfragebogen

Vorab erfassen wir Vorerkrankungen, Allergien und alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen. Setzen Sie nichts eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie die Einnahme vorher mit uns.

Essen und Trinken.

Eine strenge Nüchternheit wie beim Dämmerschlaf ist nicht erforderlich. Weil Lachgas in seltenen Fällen Übelkeit auslösen kann, empfehlen die Fachgesellschaften trotzdem, zwei Stunden vor dem Termin auf Getränke und vier bis sechs Stunden auf feste Nahrung zu verzichten. Eine leichte Mahlzeit am Morgen eines Nachmittagstermins ist unproblematisch.

Kleidung und Ablauf.

Planen Sie etwas mehr Zeit ein als für einen normalen Termin, weil Ein- und Ausleitung dazukommen. Ansonsten ist keine besondere Vorbereitung nötig.

Ablauf am Behandlungstag

  1. Sie nehmen im Behandlungsstuhl Platz. Auf die Nase wird eine weiche Nasenmaske aufgesetzt, durch die Sie ruhig weiteratmen. Der Mund bleibt frei, dort arbeitet später der Zahnarzt.
  2. Zunächst atmen Sie einige Minuten reinen Sauerstoff ein.
  3. Danach wird das Lachgas in kleinen Schritten zugemischt. Nach jedem Schritt wird abgewartet und Sie werden gefragt, wie es Ihnen geht. Diese schrittweise Annäherung nennt sich Titration und ist der Grund, warum die Dosis am Ende genau zu Ihnen passt.
  4. Ist der angenehme Zustand erreicht, wird die örtliche Betäubung gesetzt und die Behandlung beginnt. Die Konzentration bleibt während der Behandlung einstellbar.
  5. Während der gesamten Zeit wird Ihre Sauerstoffsättigung und Ihr Puls überwacht, und Sie werden nicht allein gelassen.
  6. Zum Schluss wird das Lachgas abgestellt und Sie atmen erneut einige Minuten reinen Sauerstoff. Das ist die Ausleitung und kein optionaler Schritt: Sie sorgt dafür, dass das Gas vollständig abgeatmet wird.

Nach der Behandlung

Die Wirkung endet mit der Ausleitung. Ein Nachhang wie nach einer intravenösen Sedierung bleibt nicht zurück. Die Fachliteratur geht davon aus, dass Patienten die Praxis rund 15 Minuten nach der Behandlung wieder allein verlassen können und dann auch wieder verkehrstüchtig sind.

Wir behalten Sie nach der Ausleitung trotzdem noch eine Weile im Blick und verabschieden Sie erst, wenn Sie sicher auf den Beinen und vollständig klar sind. Wie Sie sich an den Tagen danach verhalten sollen, hängt von der zahnärztlichen Behandlung ab, nicht vom Lachgas. Diese Hinweise erhalten Sie von uns schriftlich.

Warum eine Überdosierung technisch nicht möglich ist

Moderne Lachgasgeräte verfügen über eine sogenannte Lachgassperre. Sie begrenzt den Lachgasanteil auf höchstens 70 Prozent, sodass der Sauerstoffanteil immer bei mindestens 30 Prozent liegt. Zum Vergleich: Normale Raumluft enthält rund 21 Prozent Sauerstoff. Sie bekommen während der Sedierung also durchgehend mehr Sauerstoff als beim normalen Atmen.

In der zahnärztlichen Praxis liegt die tatsächlich benötigte Konzentration meist deutlich darunter. Fällt die Sauerstoffzufuhr aus, schaltet das Gerät automatisch ab. Zusätzlich verfügt es über einen Sauerstoff-Flush, mit dem das System jederzeit sofort mit reinem Sauerstoff gefüllt werden kann.

Nebenwirkungen

Lachgas gilt als das nebenwirkungsärmste Sedierungsverfahren der Zahnmedizin. Beschwerdefrei ist es deshalb nicht.

Gelegentlich und meist nur kurz anhaltend treten auf:

  • Übelkeit,
  • Schwindel,
  • Kopfschmerzen,
  • vermehrtes Schwitzen,
  • innere Unruhe.

Diese Beschwerden gehen in aller Regel auf eine zu hohe oder zu schnell gesteigerte Dosis zurück. Genau deshalb wird schrittweise dosiert. Treten sie auf, lässt sich sofort gegensteuern, indem die Konzentration reduziert oder auf reinen Sauerstoff umgestellt wird.

Bei einem kleinen Teil der Patienten wirkt Lachgas nicht ausreichend. In diesem Fall besprechen wir mit Ihnen die Alternativen.

Lachgas bei Expertdent

Wir betreuen seit vielen Jahren Menschen mit ausgeprägter Zahnarztangst und bieten dafür bereits die Behandlung im Dämmerschlaf an. Mit der Lachgassedierung kommt eine zweite, leichtere Option dazu, die auch für einzelne Termine und kürzere Eingriffe sinnvoll ist.

Beratung und Behandlung erfolgen auf Deutsch. Mosonmagyaróvár liegt direkt an der Grenze, rund eine Stunde von Wien und über die A4 gut erreichbar. Die Erstberatung ist alternativ auch in unserer Partnerpraxis in Salzburg möglich.

Der erste Schritt ist der kleinste

Sie müssen heute keinen Termin vereinbaren und sich zu nichts entscheiden. Schreiben Sie uns, was Sie wissen wollen. Wir antworten, und danach überlegen Sie in Ruhe weiter.

Häufige Fragen zu Lachgas

Ja, durchgehend. Sie hören, was gesprochen wird, antworten auf Fragen und können jederzeit ein Zeichen geben. Anders als beim Dämmerschlaf erinnern Sie sich anschließend an die Behandlung.

Nein. Der Name stammt aus dem 19. Jahrhundert und aus einer völlig anderen Anwendungsweise. In der heutigen Dosierung werden Sie ruhig und entspannt, nicht ausgelassen.

Ja. Lachgas dämpft die Schmerzempfindung, schaltet sie aber nicht aus. Die Schmerzfreiheit entsteht durch die örtliche Betäubung.

In aller Regel ja. Das Gas wird über die Lunge abgeatmet und hinterlässt keinen Nachhang. Nach der Ausleitung mit reinem Sauerstoff und einer kurzen Beobachtungszeit sind Sie wieder fahrtüchtig. Wir geben Ihnen im Einzelfall Bescheid.

Für die Lachgassedierung allein nicht. Ob eine Begleitung sinnvoll ist, hängt von der zahnärztlichen Behandlung ab, nicht vom Lachgas.

Nicht im strengen Sinn. Empfohlen wird, zwei Stunden vorher nichts mehr zu trinken und vier bis sechs Stunden vorher nichts Festes zu essen.

Bei der zahnärztlichen Anwendung, also einer kontrollierten Gabe über wenige Termine unter Aufsicht, besteht kein Suchtrisiko. Kritisch ist der unkontrollierte Freizeitkonsum, der mit dem medizinischen Einsatz nichts zu tun hat.

Für einzelne und mittlere Eingriffe ja. Wenn eine umfangreiche Sanierung in wenigen langen Sitzungen zusammengefasst werden soll, ist der Dämmerschlaf besser geeignet.

Schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Der erste Schritt ist eine Untersuchung, bei der wir klären, was zu tun ist und welches Verfahren für Sie passt.

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